Warum ein Kolkwitzer Unternehmen keine Moslems einstellen möchte?

Hier ein paar „Begründungen“ und auch wieder der Beweis, dass Alltagsrassismus sogar Ausreden hat: „Wenn der Deutsche seine Leberwurst isst, setzt sich ein Moslem in einen anderen Raum.[…] Da haben wir uns entschlossen sowas nicht einzustellen.“ „Ich kann praktizierende Moslems nicht beschäftigen, weil es Unruhe geben würde“ „Aus Erfahrung vertrage sich diese Arbeit nicht mit dem Ramadan. Die Kollegen kippen… mehr →

Wir waren lange still…

… Zu still! Dieser exzellent recherchierte Artikel rüttelt auf und lässt uns das Blut in den Adern gefrieren. Die Fakten dieses Artikels sind für jeden Einwohner unserer Stadt sehr schmerzhaft, doch zeigen sie, dass wir, aus der Mitte der Gesellschaft, wieder lauter gegen Rechts sein müssen, um etwas in der Stadt zu verändern. Wir wollen wieder lauter sein! Aber lest… mehr →

Neues Denunziantentums in Deutschland

Angesichts des neuen, Denunziantentums in Deutschland möchten wir ein Zitat aus dem folgenden LR-Artikel nehmen, welches eine Lanze für unsere Lehrer bricht: … „Doch Lehrkräfte haben ebenso den Auftrag, in der politischen Bildung zur Diskussion und zur kritischen Betrachtung anzuregen – nur so kann die Ausbildung von Mündigkeit funktionieren. Sie müssen sich ebenso vor die freiheitlich-demokratische Grundordnung stellen. Das beides schließt ein, sich auch kritisch mit einzelnen Parteien auseinanderzusetzen“…
 

Soll ich, oder lieber nicht?

HandgehatenDie rbb-Sendung „rbb vor Ort – Cottbus unerhört?!“ sorgt in der Stadt für Diskussionen. Sogar ein Boykott vieler zivilgesellschaftlicher Kräfte steht im Raum. Basiert am Ende alles auf einem Kommunikationsfehler?

Muss man Christoph Berndt von Zukunft Heimat und Marianne Spring-Räumschüssel von der AfD wirklich auf ein solches Podium holen? Diese Frage wird im Zusammenhang mit der Sendung am Donnerstag grad heiß diskutiert. Dass die AfD mit dabei sein sollte, ist dabei weit weniger strittig. Umfragen zu Folge hat die Partei in Cottbus ein Wählerpotenzial von rund 30 Prozent, so war es zumindest im März. Allerdings wird es, anders als es bisher transportiert wurde, nicht so sein, dass Frau Spring-Räumschüssel einen Platz auf dem Podium hat, teilt uns der rbb in Cottbus mit. Stattdessen werden folgende Personen ganz vorn stehen:

Holger Kelch (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Cottbus

Martin Gorholt (SPD), Chef der Staatskanzlei in Brandenburg

Dierk Borstel, Rechtsextremismus-Experte der FH Dortmund

und eben jener Christoph Berndt, an dem sich die Geister scheiden. Der Kopf der fremdenfeindlichen Bewegung rund um den Verein Zukunft Heimat aus Golßen. Der Mann ist nicht einmal Cottbuser. Nicht wenige Menschen aus der Stadt haben in den letzten Monaten ihr Unverständnis darüber geäußert, dass diese Menschen aus Golßen herkommen und unsere Probleme lösen wollen. Muss man so einen dabei haben? Es gibt gute Argumente dafür, aber auch sehr gute dagegen.
Fakt ist: Wenn man die Frage stellen möchte, wie sich Cottbus seit März entwickelt hat, kann man Zukunft Heimat nur schwer ausblenden. Zwar zieht die Bewegung mittlerweile regelmäßig „nur“ noch rund 1000 Menschen an – das Potential ist aber wesentlich größer, das haben die Demonstrationen Anfang des Jahres 2018 gezeigt. Ganz zu schweigen von denen, die still zustimmen.

Der vielleicht wichtigere Teil wird sich aber im Publikum abspielen. Laut dem rbb sind viele Menschen des sogenannten Zivilgesellschaftlichen Lebens eingeladen worden, viele haben zugesagt. Darunter Menschen aus Bildung und Wissenschaft, vom Theater, aus dem Marketing und von der Polizei. Natürlich werden auch Geflüchtete zu Wort kommen. Daraus entsteht die Chance zu zeigen, dass sich in Cottbus etwas verändert hat. Dass die Stimmungs- und Angstmache bei uns nicht mehr verfängt, dass viele Menschen keinen Bock mehr auf Hass und Hetze haben. Dass sich die Horrorszenarien der Demotouristen rund um Christoph Berndt nicht bewahrheitet haben.

Wird die Sendung am Donnerstag hingegen tatsächlich von vielen Menschen und Vereinen boykottiert, stehen jene, die Flagge zeigen, ganz alleine da. Und ganz Deutschland kann es im Fernsehen sehen.

Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ober er an der Veranstaltung teilnehmen wird, oder nicht. Es sollte aber zumindest eine Überlegung wert sein.

Rechte Gewalt in Chemnitz

Es lässt sich wirklich nur schwer in Worte fassen, was da gestern und am Sonntag in Chemnitz passiert ist. Erklären lässt es sich schon gar nicht. Die Masken sind endgültig gefallen. Wer immernoch darauf beharrt, dass die bürgerliche Mitte hier einem vermutlichen Mord gedenken wollte, sollte sich nur eines der zahlreichen Videos einmal genauer anschauen. Dazu ein Satz aus einem… mehr →

Sternmarsch am 15. Februar 2018

Angesichts der Demonstrationen am letzten Wochenende, ist es uns wichtig für den Sternmarsch am 15. Februar zu werben. Nie war es so wichtig, die Erinnerung an den schrecklichen Bombenangriff auf unsere Stadt vor 73 Jahren aufrecht zu erhalten und dabei zu mahnen, nicht erneut in eine Welt voller Hass und Angst zu geraten. Auch die NSDAP begann als Kümmerer-Partei für… mehr →

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Toleranzpreis 2017

Zwei Jahre nachdem wir selbst als Nominierte und Preisträger beim Cottbuser Toleranzpreis dabei waren, fand dieser auch in diesem Jahr wieder statt. Auch diesmal mangelte es nicht an kreativen Ideen und Projekten rund um Toleranz und Vielfalt. Gerade uns als ehemalige Teilnehmer freut es ganz besonders, dass es kontinuierlich Menschen gibt, die sich gegen Rassismus und Homophobie stellen und die… mehr →

Wählen gehen!

kolumne_wahlAn diesem Wochenende haben wir wieder die Qual der Wahl und alle stöhnen „Wen soll ich denn wählen?“, „Die machen doch eh alle das gleiche, denken nur an sich und Ihre Ämter.“, „Ändern wird sich doch eh nix!“… Aber genau das haben wir doch in der Hand!

Wenn man sich nur ein wenig mit den zu wählenden Politikern beschäftigt, wird man schnell rausfinden, ob dieser engagiert ist, sich für seine Menschen im Wahlkreis einsetzt oder einfach nur leere Reden schwingt. Auch sollte man schauen, ob man seine Ansprüche an die zu wählenden Parteien und Kandidaten zu hoch gesetzt hat. So wird es wohl nie eine Partei geben, die alle Wünsche erfüllen kann. Vielleicht hilft es ja, sich Punkte rauszusuchen und zu sagen „Das kann ich mir vorstellen“, „Das ist ein guter Anfang“. Oder man schaut danach, was einem eventuell total widerstrebt und weiß so ganz schnell, wen man zumindest nicht wählen möchte.

Wer also kompromissbereit ist und den demokratischen Prozess der Wahl nicht den Antidemokraten überlassen möchte, der entscheidet sich am Sonntag zur Wahl zu gehen und seine Stimme abzugeben. Denn wer nicht wählen geht, muss die akzeptieren, die von anderen gewählt wurden.

Wer noch immer unschlüssig ist – wir haben euch zwei Entscheidungshilfen dazu gepackt, probierts doch einfach aus:
https://kandidatencheck.abgeordnetenwatch.de/bundestag
https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/

Wahlkampfendspurt der AfD Brandenburg in Cottbus. Wir waren mit dabei:

HandgehatenAlexander Gauland und seine Parteikollegen haben in Cottbus vor allem eines gemacht: Ihre potentiellen Wähler auf dem Oberkirchplatz für dumm verkauft. Wie wir zu dieser Einschätzung kommen, erklären wir euch im Folgenden:
 
Gleich zu Anfang sorgte AfD-Kreisvorstand Steffen Kubitzki für einen entlarvenden Moment. Seine tatsächlich ernstgemeinte Aussage, wonach es in Cottbus doch gar keine Nazis gebe, wurde nur mit mäßigem Applaus aus dem schon zu diesem Zeitpunkt recht großen Publikum quittiert. Dass das allerhöchstens Wunschdenken ist, bestätigen zahllose Ereignisse der letzten Wochen und Monate – und schon allein die Existenz eines NPD-Kreisverbandes. Auch unsere Freunde von „Cottbus schaut hin“ halten beinahe täglich Anderes fest.
 
Auch Alexander Gauland ging gleich in die Vollen. Schon in den ersten Sätzen kam er auf die E-Mail der Spitzenkandidatin Weidel zu sprechen und sagte: „Da werden E-Mails erfunden…“. Eine offensichtliche Lüge. Weidel selbst spricht nicht einmal mehr von einer Fälschung. Dazu ein Zitat aus der FAZ:
 
„In einem aktuellen Schreiben an die „Welt am Sonntag“ gesteht ihr Anwalt grundsätzlich ein, dass Weidel und der E-Mail-Empfänger tatsächlich eine Korrespondenz geführt haben. Und der Fälschungsvorwurf wird über die konkrete Mail in dem vier Seiten langen Brief nicht mehr erhoben. Weidel verlangt darin weder eine Unterlassung noch einen Widerruf der Berichterstattung. Auch eine eigene eidesstattliche Versicherung, dass sie die Mail nicht verfasst habe, hat Weidel nach Angaben der Zeitung bislang nicht abgegeben. Sie will mit dem neuen Anwaltsschreiben demnach lediglich weitere Veröffentlichungen ihrer Korrespondenz unterbinden.“
 
Das spricht für sich.
 
Weiter im Text: Gauland sprach davon, dass die AfD die einzig demokratische Kraft sei. Das ist ohne Frage falsch. Andreas Kalbitz legte noch einen drauf und sagte, die AfD sei die „echte demokratische Opposition […], sonst gibt’s da nichts. Das ist Einheitsbrei, die sind sich da untereinander alle einig.“ Nun, dass Linke und Union sich untereinander einig sind, wäre mir neu. Oder die Vorstellungen von Union und Grünen bezüglich Klimapolitik und Braunkohle. Geschenkt, verbuchen wir das unter Wahlkampfgeschwätz.
 
Wo hat Gauland noch gelogen? An einer Stelle wiederholte Gauland das völlig sinnentfremdete Zitat von Martin Schulz („wertvoller als Gold“) und setzte es BEWUSST in einen falschen Kontext. Vermutlich in der Hoffnung, seine Wähler wüssten nicht, was Martin Schulz tatsächlich gesagt hat. Gauland ist nicht dumm. Ganz im Gegenteil, er hält seine Wähler offensichtlich für dumm.
 
Die vielleicht dickste Lüge des Abends lieferte Gauland gleich hinterher. Der AfD Spitzenkandidat legte dem Kanzleramtschef Peter Altmaier folgendes Zitat in den Mund: „Lieber wählt nicht, aber wählt nicht AfD.“ Dumm nur, das Altmaier das nie so gesagt hat. Der Tagesspiegel hat dazu einen guten Artikel verfasst. Bitte vor der Empörung ganz durchlesen: http://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-ums-nicht-waehlen-peter-altmaier-voellig-richtig-oder-doppelt-daneben/20352602.html
 
Außerdem sagte Gauland, dass uns unser Land weggenommen wird, Parteien das Volk auflösen wollen und die „bezahlten Psychologen im Fernsehen“ uns sagen würden, wir müssten uns an den Terror gewöhnen. Beides ist selbstverständlich Unsinn und nebenbei bemerkt ganz klar auf einer Linie mit rechtsextremen Agitationen der NPD oder auch der Identitären Bewegung.
 
Auch der Tempelberg und das angebliche Kuschen christlicher Vertreter vor Muslimen wurde von Gauland thematisiert. Ja, Erstere haben ihre Kreuze abgenommen. Sie haben aber auch beim Besuch einer Moschee ihre Schuhe ausgezogen und an der Klagemauer ihre Köpfe bedeckt. Die Welt hat dazu einen interessanten Artikel veröffentlicht: https://www.welt.de/kultur/article159343863/Die-absurde-Wut-der-deutschen-Garderobenwaechter.html Auch hier erzählt Gauland wieder nur die halbe Wahrheit.
 
Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll aber einen Überblick darüber geben, was Gauland scheinbar von seinen Wählern hält.
 
Und was die Partei von ihren eigenen Kandidaten hält: Die Rede der Cottbuser Direktkandidatin Marianne Spring-Räumschüssel war sogar dem AfD-Wahlkampfbus zu viel, der vorzeitig das Gelände verließ. So wie auch ein großer Teil der Zuhörer.