Die „Patrioten Cottbus“ und das Problem mit der Relevanz

HandgehatenDie Geschichte der selbsternannten Patrioten Cottbus war von Anfang an begleitet von Pleiten, Pech und der offensichtlichen Unfähigkeit der Protagonisten. Die wiederum, auch das ist Teil dieser Geschichte aus dem Hause Absurdistan, zu einem Großteil noch nicht einmal Cottbuser sind.

Eigentlich ist die ganze Geschichte kaum der Rede wert, wir haben für euch die Ereignisse rund um diesen Tag der Vollständigkeit halber trotzdem zusammengefasst. Anfang Oktober erstellt Lutz M. bei Facebook eine Veranstaltung und lädt zu einer Kundgebung „Gegen Asylmissbrauch“ auf den Erich-Kästner-Platz in Cottbus. Blöd nur: Er vergaß scheinbar die Kundgebung auch tatsächlich anzumelden. Die Leute vom Piccolo-Theater wiederum nutzten diesen Fehler und meldeten kurzerhand eine eigene Veranstaltung an.

Wer ein echter Patriot sein will, lässt sich davon natürlich nicht beirren. Und so wurde die Kundgebung auf den wesentlich unattraktiveren Parkplatz gegenüber verlegt, angeblich angemeldet für 1.000 Menschen. Das anvisierte Ziel wurde letzten Endes auch nur knapp verfehlt. Um 965 Menschen, um ganz genau zu sein. Daran konnte auch die bundesweit bekannte Frontfrau verschiedener fremdenfeindlicher Bewegungen, Ester Seitz, nichts ändern.

Außerdem mit dabei: eine Dresdenerin, die unter anderem mit fremdenfeindlichen Demonstrationen in Heidenau aufgefallen ist, sowie ein besonders fragwürdiger Vertreter der Mahnwachen-Bewegung aus Weißwasser, der unter anderem auch bei der Cottbuser Mahnwache über mehrere Wochen hinweg mitgewirkt hat. Auch ein Vertreter der so genannten Reichsbürger hat sich zu Wort gemeldet. Diese im Vorfeld schon angekündigten Redner sind bei den gut 35 Teilnehmern im Übrigen schon eingerechnet. Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass solche Demonstrationen in Cottbus keinen Zuspruch finden, erinnern wir uns an die letzten 15. Februar-Demos oder die von der NPD inszenierten Läufe durch Sachsendorf Ende 2015. Zeitgleich ist aber auch in unserer Stadt die Zahl von vermutlichen oder tatsächlichen rechtsextremen Übergriffen wieder stark gestiegen. Es sind zwei Seiten einer Entwicklung, die wir auf jeden Fall weiter kritisch begleiten werden.

Was bleiben wird von diesem Tag, ist eine Feststellung von jener schon oben genannten Ester Seitz: Diese Veranstaltung hätte symbolischen Charakter. Mit Blick auf die Teilnehmerzahler ist dem nichts mehr hinzuzufügen.