Allgemein

Früher war alles besser…

Früher war alles besser. Früher hat man noch zusammengehalten. Früher war das auch mit den Flüchtlingen einfacher. Die hatten ja auch unsere Kultur, waren Deutsche…

…War früher alles besser? Hat das mit den Flüchtlingen so gut geklappt?
Der hier verlinkte Artikel des Spiegel zeigt, dass die Vertriebenen damals genauso wenig willkommen waren wie heute die Flüchtlinge. Dabei hatten die Menschen damals keine kulturellen Unterschiede, es waren Deutsche. Beschimpft wurden sie dennoch als „Polacken“ und „Zigeuner“. Der Artikel zeigt, dass sich die Geschehnisse ähneln, mit einem Unterschied: Deutschland ist heute eines der reichsten Länder Europas und keine Trümmerwüste wie 1945.

Hier also der Blick zurück:
http://www.spiegel.de/einestages/vertriebene-nach-zweitem-weltkrieg-millionen-suchten-zuflucht-a-1076872.html

EGMR-Urteil – Muslimas müssen zum Schwimmunterricht

Etwas untergegangen im Tenor des nächtlichen Naziaufmarsches und der sexuellen Belästigung einer Frau hier in Cottbus, ist das Urteil des europäischen Menschenrechtsgerichtshofes. Muslimische Eltern dürfen ihre Töchter nicht mehr im Namen der Religion vom Schwimmunterricht fern halten.Das klingt im ersten Moment recht unspektakulär, aber es hat eine große Signalwirkung auf die soziale Integration von Menschen ausländischer Herkunft.

Mit diesem Urteil wird speziell den Kindern die Integration vereinfacht, können sie doch nicht frei entscheiden. Grundsätzlich sollte die freie Religionsausübung nicht über dem Bildungs- und Erziehungsauftrag in den Schulen stehen, denn sonst erschaffen wir Parallelkulturen die jegliche Integration verhindern. Kompromisse sind hierbei immer notwendig und stehen dabei nicht im Gegensatz zur Glaubensfreiheit.

Hier der Artikel zum Urteil:
https://www.tagesschau.de/ausland/egmr-schwimmunterricht-muslime-101.html

Gefühlten Wahrheit versus Realität

Wir haben es immer vermutet, doch haben wir nun den statistischen Beleg. Wenn man blanke Zahlen hat, kann man kaum von einer islamischen Invasion reden. Die letzten Monate haben sich rechte Parteien allerdings sehr bemüht, Zahlen im Kopf der Menschen zu schaffen, die Angst machen. Nun haben wir einen interessanten Vergleich zwischen der gefühlten Wahrheit und der Realität:

Hier der ganze Artikel auf Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gefuehlte-wahrheit-deutsche-schaetzen-anteil-der-muslime-viel-zu-hoch-a-1125901.html

Spendenaufruf

15202630_372225149789452_8660981241763748888_nKristina aus Kiew ist erst 25 Jahre alt – und muss sich mit dem Gedanken abfinden, unter Umständen nicht mehr viel älter zu werden. Denn, Kristina leidet an akuter Leukämie und Hepatitis B. Eigentlich wollte sie einen Kurzurlaub in Dresden verbringen, gemeinsam mit einer Freundin noch einmal spaß haben, bevor das Studium wiederbeginnt. Diese Reise endete nun aber vorerst im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum. Die ganze Geschichte wurde beispielsweise im Magazin hermann zusammengefasst, auch LTV, Antenne Brandenburg und andere Medien haben darüber berichtet (wir verlinken euch ein paar der Berichte weiter unten).

Warum das große mediale Echo? Kristina braucht Geld. Ihre Krankenversicherung zahlt nicht für den Aufenthalt in Deutschland, die geschätzten Kosten für die Behandlung werden aber vermutlich die 250.000 Euro-Marke knacken. Sollte das Geld nicht zusammenkommen, droht ihr die Rücküberführung in die Ukraine.

Das ganze Team dieser Seite wünscht Kristina von Herzen alles Gute und hofft, dass genug Geld zusammenkommt. Liebe Cottbuser, bereit für ein kleines Weihnachtswunder? Wer ein paar Euro drüber hat und diese spenden möchte, findet die dafür notwendigen Daten auf dem an diesen Beitrag angehefteten Plakat.

Link hermann: http://www.hermannimnetz.de/…/hilflos-in-einem-fremden-land/

Link LTV: http://www.lausitz-tv.de/beitrag/4507/kristina-braucht-hilfe

Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL fordern Aufnahme von Transitflüchtlingen aus Griechenland

 

Aus den Augen – Aus dem Sinn? Nicht mit uns.
Auch wenn das Flüchtlingslager in Idomeni geräumt ist und das Leid der Flüchtlinge in Griechenland dadurch weniger präsent ist, so ist es leider immer noch so, dass zahlreiche Familien mit Kindern, Alte, Menschen mit Behinderung und unbegleitete Minderjährige unter menschenunwürdigen Bedingungen in griechischen Flüchtlingslagern untergebracht sind. Deshalb unterstützen wir die Forderung von PRO ASYL und den Landesflüchtlingsräten Transitflüchtlingen aus Griechenland aufzunehmen.

[Presse] Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL fordern Aufnahme von Transitflüchtlingen aus Griechenland

 

Pegida und die Kinderschokolade

Eigentlich zu schlecht um wahr zu sein, aber Pegida und ihre Anhängerschaft zeigen erneut, dass das Offensichtliche sich eben meist doch anders darstellt, wenn man den Kopf einschaltet.
 
Jeder Allahruf führt zu Terrorfahndungen, jede Islamaufklärung im Ethik- oder Religionsunterricht führt zur „Islamisierung“ des Unterrichts und nun auch noch Migrantenkinder auf der Schokolade? Das es die Kinderfotos unserer Nationalspieler sind, ist hier einfach übersehen worden. Obwohl es zeigt, wie multikulturell selbst unsere Nationalmannschaft ist, zeigt es wie schnell man sich über Dinge in Deutschland aufregen kann und wie alltäglich die Fremdenfeindlichkeit geworden ist.
 

Am Ende jedoch mussten wir allerdings doch ein wenig darüber schmunzeln.

Pegida-Anhänger hetzen gegen Nationalspieler auf Kinderschokolade – SPIEGEL ONLINE Ferrero verkauft zur Fußball-EM eine Sonderedition seiner Schokoriegel: Auf der Verpackung sind Kinderfotos deutscher Nationalspieler zu sehen, etwa von Ilkay Gündogan. Das reicht Pegida-Fans, um sich aufzuregen.

Thilo Sarrazin im Weltspiegel

Handgehaten

 

Ich dachte ich wüsste genau, was mich dort erwartet. Ich habe zumindest sein erstes Buch gelesen, schwere Lektüre. Inhaltlich – nun ja, mittlerweile wurde darüber ja ausgiebig diskutiert. An diesem Abend ging es um sein neues Buch „Wunschdenken“, eine Utopie darüber, wie sich die deutsche und teilweise europäische Politik verbessern ließe, sagt er selbst. 500 Menschen haben den Weg in den Weltspiegel gefunden, das historische Gebäude ist nahezu ausverkauft. Ich bin einer von ihnen. Vor dem Weltspiegel hat sich die Polizei positioniert, daneben rund 80 Menschen die gegen den Auftritt des umstrittenen Autors demonstrieren. Im Gebäude selbst stehen einige Securities verteilt, rein kommt man nur nach einer Taschenkontrolle. An einem kleinen Stand werden Sarrazins Bücher verkauft – und die des Autors Udo Ulfkotte, einem im Kopp-Verlag beheimateten Demagogen unterster Schublade (meine Einschätzung, nicht notwendigerweise die Meinung der restlichen Adminschaft).

Der Weltspiegel ist fast bis auf den letzten Platz ausverkauft, trotz stolzer 15 Euro pro Karte im Vorverkauf. Und die meisten der Anwesenden stehen hinter Sarrazin und seinen Aussagen, das wird schon nach wenigen Minuten klar. Was aber ab jetzt passierte, machte mich einfach nur fassungslos und traurig. Rund 40 Minuten lang schmettert Sarrazin eine rassistische und menschenverachtende These nach der anderen und erntete dafür sogar noch Applaus aus der Menge. Ein Beispiel: Sarrazin macht sich Gedanken über die Flüchtlingssituation. Abgelehnte „Asylanten“ (seine Worte, nicht meine) müssten unverzüglich abgeschoben werden. Was aber tun, wenn die Herkunftsländer die Menschen nicht zurück nehmen wollen? Ganz einfach, so Sarrazin: Wir stecken die abgelehnten „Asylanten“ in ein Flugzeug, rechts ein Jäger, links ein Jäger. Und dann setzen wir sie in der afrikanischen Wüste aus. Rein, raus, fertig. Nochmal zusammengefasst: Er will Menschen mitten in der afrikanischen Wüste aussetzen. Ich reiße hier nichts aus dem Zusammenhang oder dichte um, genau so hat er es gesagt. Und das Publikum applaudierte. Genauso als er davon sprach, dass die meisten dieser Menschen ihren Namen eh nicht richtig schreiben können und es wohl auch nie besser lernen werden. Außerdem träumt er vom Schutz der deutschen Grenzen, im besten Falle durch eine Mauer. Das wird deutlich wenn er vom Römischen Limes oder der Chinesischen Mauer träumt, die 2000 Jahre lang Feinde fern hielt.

Den Rest der Rede möchte ich hier gar nicht weiter kommentieren, nur so viel: Besser wurde es nicht. Auch nicht im Gespräch mit Klaus Rost, dem langjährigem Chefredakteur der Märkischen Allgemeinen (Fun-Fact am Rande: genau zu der Zeit als Alexander Gauland dort Herausgeber war). Rost, an diesem Abend mehr Stichwortgeber als Moderator, konfrontierte Sarrazin mit Zitaten seiner „Feinde“. Sarrazin selbst hatte darauf im Kern immer nur eine Antwort: Die Kritiker hätten seine Bücher nicht gelesen.

So war dieser Abend für mich gleichzeitig erschütternd und erhellend. Rassistische Ansichten müssen nicht mehr versteckt werden. Man kann sie offen und öffentlich aussprechen und erntet dafür im besten Fall sogar noch tosenden Beifall. Ich wusste worauf ich mich da einlasse, aber sowas habe ich einfach nicht erwartet. Cottbus, an diesem Abend habe ich mich tatsächlich für dich geschämt.