Fragen und Antworten

Stellt neue Fragen zum Thema Asyl an die Stadt Cottbus

Im September hatten wir Fragen von Euch gesammelt und an die Stadt Cottbus weitergeleitet. Da es in Cottbus in letzter Zeit zu vielen Unruhen und Missverständnissen gekommen ist, haben wir am Rande des Hoffestes am Freitag noch einmal mit Frau Dieckmann gesprochen. Das Ergebnis dessen: Wir starten eine weitere Fragenrunde zum Themenbereich Flucht und Asyl in Cottbus.

Also stellt eure Fragen, beispielsweise in den Kommentaren oder per Nachricht an uns. Alle Fragen sind erlaubt, sofern sie sachlich gestellt werden. Schaut doch wenn möglich vorher noch einmal in unsere bereits veröffentlichte Fragensammlung, vielleicht findet ihr dort schon Antworten. Diese findet ihr unter:

Fragen zur Unterbringung und Integration in Cottbus
und
Fragen zum Asyl in Deutschland

Viele Grüße
Euer Adminteam

Stellungnahme von N24 zu den Gerüchten der Rechtspopulisten

N24 nimmt Stellung zu den Vorwürfen das Interview mit Rainer Wendt gelöscht zu haben. Dies ist nicht wahr und die geäußerte Kritik, von Herrn Wendt ist auch berechtigt. Aber verallgemeinern tut auch er nicht. Das nicht alles eitel Sonnenschein ist in den Asylbewerberheimen ist uns auch klar aber das sollte unsere Hilfsbereitschaft, verfolgte Menschen aufzunehmen und ihnen Asyl zugeben, nicht mindern.

Hier der Artikel bei N24

Massenschlägereien in verschiedenen Asylunterkünften

Immer wieder eskalieren Streits zwischen Asylbewerbern in den Unterkünften zu Massenschlägereien. Die Streits entstehen aus den unterschiedlichsten Gründen, politische Differenzen, Religionsstreitigkeiten und teilweise auch Nichtigkeiten, die den angestauten Frust des Wartens ausbrechen lassen. Egal welche Gründe vorliegen, sie rechtfertigen nicht ansatzweise die Anwendung dieser Gewaltausbrüche. Natürlich wissen wir auch, dass sich die Menschen dort kaum aus dem Weg gehen können und verschiedene Bevölkerungsgruppen eben Partei ergreifen, wenn einer der Ihren in eine Prügelei gerät. Trotzdem sollte hier nicht anders verfahren werden, als bei Prügeleien auf der Kirmes – und das wird es auch nicht. Teilnehmer an Schlägereien bekommen negative Akteneinträge die meist das Asylgesuch gefährden, in schweren Fällen droht auch Abschiebung.

Dennoch ärgert uns, dass diese Geschehnisse von rechten Populisten zur allgemeinen Hetze gegen jeden Asylbewerber und als Angstmache benutzt werden. Diese Gewaltausbrüche passieren zwar immer öfter, sind allerdings noch immer die Ausnahme. Es sollte nicht vergessen werden, dass hier Menschen in einer Ausnahmesituation sind, in der wir wahrscheinlich auch nicht mehr so zivilisiert wären. Ein schnelleres Asylverfahren und ein höherer Betreuungsschlüssel für Sozialpädagogen, würden die Situationen in vielen Unterkünften schon entschärfen.

Fazit: Es gibt Nichts schön zureden aber man muss auch nicht gleich den Untergang des Abendlandes propagieren.

Surftipp zu Falschmeldungen, Fakes und Hoax

Aufgrund unendlich vieler Falschmeldungen zum Thema Asyl und Flüchtlinge, möchten wir Euch mal ein paar Seiten ans Herz legen. Wir haben und schon des öfteren Beiträge von diesen Seiten gepostet. Beide Seiten recherchieren vollkommen neutral nach ob ein wahrer Hintergrund zu bestimmten Meldungen besteht oder es sich einfach nur um Lügen, Fakes oder Hoax handelt.
Speziell politisch motivierte Falschmeldungen (meist Flüchtlingshetze) werden auf der Seite Dulden.net auseinandergenommen.

Facebook: Dulden.net auf Facebook
Webseite: Dulden.net

Diese und alle anderen Meldungen, von Meerjungfrauenfund bis Pornobilder, die Trojaner enthalten, findet ihr hier.

Facebook: Zuerst denken, dann klicken!
Webseite: Mimikama.at

Bitte liked die Seiten bzw. besucht sie immer wieder, wenn ihr Euch nicht sicher seit. Auch wir schauen gern bei Gerüchten zuerst dort nach.

Brandgefährliche Konzeptlosigkeit!

Es ging viel hin und her in dieser Woche zwischen der Landesregierung und der Stadt Cottbus. Gefühlt alle paar Stunden wurden Fakten zu Fehlmeldungen und Gerüchte zu Fakten. Bekommt Cottbus eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung? Werden Turnhallen genutzt? Wie viele Flüchtlinge kommen denn überhaupt nach Cottbus? Was wir zum jetzigen Zeitpunkt (02.10.15, 18 Uhr) wissen, Fragen und Antworten – unter Vorbehalt (die Informationen dazu stammen alle aus den Pressemitteilungen der Stadt, den Pressestatements des Cottbuser Oberbürgermeisters Holger Kelch und eigenen Quellen):

Frage:
Die beiden Turnhallen in der Poznaner Straße sind mit Liegen, Decken und Schlafsäcken ausgestattet worden. Wie gehts es jetzt weiter?

Antwort:
Erst einmal passiert jetzt: Nichts. Perspektivisch gesehen entsteht hier eine Außenstelle der Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung des Landes. Ein Betreiber ist schon gefunden, die Arbeiterwohlfahrt wird sich in Zukunft um die Menschen in den Turnhallen kümmern. Wann die ersten Flüchtlinge dort untergebracht werden steht aber noch nicht fest. So lange stehen die Hallen vermutlich einfach leer.

Frage:
Mittwoch Abend war die Rede von 1.000 Flüchtlingen innerhalb der nächsten 72 Stunden. Was ist daraus geworden?

Antwort:
Diese Information ist mittlerweile für die Tonne. Nach derzeitigem Stand werden am Wochenende keine weiteren Flüchtlinge ankommen. Ab Montag ist die Ankunft von 50 Flüchtlingen täglich geplant, 300 sollen es insgesamt werden. Diese werde man aber nicht in der Poznaner Straße unterbringen, sondern auf die bestehenden Unterkünfte verteilen.

Hinzu kommt eine sehr angespannte Stimmung zwischen der Stadt und dem offensichtlich überfordertem Land. In einer offiziellen Mitteilung hat Cottbus scharfe Kritik am Vorgehen der Verantwortlichen in Potsdam geäußert. Deren Flüchtlingspolitik sei Chaotisch und würde die Glaubwürdigkeit der Entscheider in Potsdam und Cottbus nachhaltig erschüttern.

Das hin und her bekommt durch eine andere Mitteilung aber noch ein ganz anderes Geschmäckle: In einer gemeinsamen Erklärung haben die Oberbürgermeister aus Cottbus, Frankfurt und Brandenburg resümiert, dass die schnelle Reaktion der Städte nur möglich war, weil effiziente Strukturen vorhanden wären. Diese dürften nicht im Zuge der geplanten Kreisgebietsreform beschädigt werden. Wir meinen: Nicht nur, dass in der Kommunikation anscheinend gar nichts funktioniert, es wird auch versucht politisches Kapital aus der untragbaren Situation zu schlagen.

Anscheinend ist den Verantwortliche noch nicht bewusst geworden, dass wir hier von Menschen sprechen – nicht von einer neuen Lieferung Büromöbel, bei der schon mal was schief laufen kann. In Zeiten des Internets und Smartphones wird es doch wohl möglich sein, eine Kommunikationsinfrastruktur aufzubauen und miteinander im Dialog zu bleiben. Aber auch intern gibt es Reibung, selbst Mitarbeiter der Stadt beschweren sich über eine schlechte Informationspolitik der Cottbuser Verantwortlichen. Gleichzeitig spricht der Oberbürgermeister am Donnerstag angesicht der Ankündigung von 300 neuen Flüchtlingen innerhalb einer Woche von einer Krisensituation. In einer Stadt, die fast 100.000 Einwohner zählt.

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Informationsblatt geplant – Cottbusverkehr/VBB zeigt Flüchtlingen wie man mit ÖPNV fährt

„Die Flüchtlinge dürfen doch alle schwarz fahren“ – Falsch!  – Man muss Ihnen nur zeigen wie es geht. Aus diesem Grund wird der Cottbusverkehr/VBB in den nächsten Tagen ein Informationsblatt für die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) veröffentlichen, welches zur Aushändigung an arabisch- und englischsprechende Menschen gedacht ist. Es dient als Hilfestellung und Handreichung bei Verständigungsproblemen. Eine Vorabversion, die uns… mehr →