Gerücht

Pegida und die Kinderschokolade

Eigentlich zu schlecht um wahr zu sein, aber Pegida und ihre Anhängerschaft zeigen erneut, dass das Offensichtliche sich eben meist doch anders darstellt, wenn man den Kopf einschaltet.
 
Jeder Allahruf führt zu Terrorfahndungen, jede Islamaufklärung im Ethik- oder Religionsunterricht führt zur „Islamisierung“ des Unterrichts und nun auch noch Migrantenkinder auf der Schokolade? Das es die Kinderfotos unserer Nationalspieler sind, ist hier einfach übersehen worden. Obwohl es zeigt, wie multikulturell selbst unsere Nationalmannschaft ist, zeigt es wie schnell man sich über Dinge in Deutschland aufregen kann und wie alltäglich die Fremdenfeindlichkeit geworden ist.
 

Am Ende jedoch mussten wir allerdings doch ein wenig darüber schmunzeln.

Pegida-Anhänger hetzen gegen Nationalspieler auf Kinderschokolade – SPIEGEL ONLINE Ferrero verkauft zur Fußball-EM eine Sonderedition seiner Schokoriegel: Auf der Verpackung sind Kinderfotos deutscher Nationalspieler zu sehen, etwa von Ilkay Gündogan. Das reicht Pegida-Fans, um sich aufzuregen.

Staatsanwaltschaft Cottbus will verstärkt gegen Volksverhetzung vorgehen

Aus unserer Sicht, leider notwendig.

Cottbus: Staatsanwaltschaft geht gegen Ger�chte vor :: lr-online Die Staatsanwaltschaft Cottbus will verstärkt gegen Volksverhetzung, falsche Verdächtigungen und das Vortäuschen von Straftaten in Zusammenhang mit Flüchtlingen vorgehen. Das kündigte der leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher an.

 

Angebliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen

Eigentlich ist diese Meldung schon ein paar Tage alt, jedoch will dieses Gerücht nicht verstummen. Angeheizt durch das russische Staatsfernsehen kam es vor ein paar Tagen sogar zu Demonstrationen, unter anderem vor dem Kanzleramt in Berlin. Die Demonstranten zeigten sich dort solidarisch mit dem 13 jährigen Mädchen, welches von Flüchtlingen vergewaltigt worden sein soll. Nur stellt sich dieser Fall jetzt ganz anders dar. Hier daher nochmal ein Artikel dazu:

Der Artikel bei Spiegel Online

 

 

 

Silvesternachr 2015/2016 – Der derzeitige Stand

Liebe Leute, wir haben uns bewusst etwas mit der Berichterstattung über die Silvesternacht zurückgehalten, um zu schauen ob wir endlich mehr Fakten bekommen.

Leider mussten wir aber feststellen, dass die Faktenlage noch immer sehr dürftig und völlig unübersichtlich ist. Im Gegenteil sogar, es gibt mehr Ungereimtheiten und Falschmeldungen als wirklich wahre Fakten. Aus diesem Grunde möchten wir hier völlig wertfrei Fakten, Ungereimtheiten und Falschmeldungen bzw. Fakes darstellen:

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FAKTEN
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Zu den Fakten, hat die Zeitung „Die Welt“ einen Artikel gebracht den wir euch gern ans Herz legen möchten:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article150814161/Die-Fakten-am-Tag-10-nach-den-Exzessen.html

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UNGEREIMTHEITEN
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Leider stehen neben den Fakten auch viele Ungereimtheiten im Raum:
So heißt es aus der Bundespolizeibehörde, Flüchtlinge hätten grinsend ihre Aufenthaltstitel zerrissen. Nachfragen des DLF ergaben, das geht gar nicht: Es handelt sich um Scheckkarten-Formate.

Hier der ganze Artikel dazu:
http://www.deutschlandfunk.de/silvesternacht-in-koeln-ungereimtheiten-und-widersprueche.1818.de.html?dram%3Aarticle_id=341911

Auch wenden sich Polizisten an die Presse und sorgen damit für noch mehr Verwirrung:
http://www.n-tv.de/politik/Koelner-Polizisten-widersprechen-ihren-Chefs-article16719446.html

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FAKES UND FALSCHMELDUNGEN
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Als wären die schrecklichen Ereignisse nicht schlimm genug, so setzen Rassisten noch falsche Videos ins Netz, die sich rasend schnell verbreiten.
So wurde dieses Video beispielsweise in Ägypten 2012 aufgenommen, bei Unruhen auf dem Thahir-Platz.
http://www.mimikama.at/allgemein/aktuelles-video-der-bergriffe-in-kln-vom-01-01-2016/

Weiterhin wurden Fakevereinbarungen in Umlauf gebracht, die sogar sofort als Fake sichtbar sind. Das Klinikum hat zudem ein Dementi verfasst.
http://www.mimikama.at/allgemein/die-stillschweigevereinbarung-der-opfer-stellungnahme-der-klinik-und-analyse/

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UNSERE MEINUNG
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Ob Asylbewerber oder Deutscher. Verbrecher müssen in jedem Fall bestraft werden. Hier muss dringend aufgeklärt werden.
Auch sollten die Rechte der Frauen nicht von rechten Populisten und Nazis instrumentalisiert werden. Über 90% der Asylbewerber benehmen sich in unserem Land anständig und wollen hier friedlich leben.
Das haben wohl auch Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtler am Kölner Dom so gesehen und haben PEGIDA hier nicht den Platz überlassen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-der-silvesternacht-in-koeln-polizei-loest-pegida-demonstration-nach-ausschreitungen-auf/12810028.html

In diesem Sinne wünschen wir uns weiterhin tolerante Cottbuser und Cottbuserinnen, die sich nach wie vor für Menschen einsetzen, die Hilfe benötigen.

Viele Grüße
Euer Admin-Team

Unsere Fragen wurden beantwortet! Stand: 16.12.2015

Kurz vor den Feiertagen haben wir nun unsere Fragen, die wir im November an die Stadtverwaltung gegeben haben, beantwortet bekommen. Wir bedanken uns auf diesem Wege ganz herzlich beim ganzen Fachbereich Soziales und dem Integrationsbeauftragten der Stadt Cottbus, Herrn Schurmann.

Fragen zur Erstaufnahmeunterkunft:

1. Wie läuft es jetzt weiter mit den Menschen in der Poznaner Straße? Laut neuem Gesetz dürfen Neuankömmlinge bis zu 6 Monaten in der Erstaufnahme-Stelle verbleiben. Werden sie in Cottbus registriert und bleiben dann für immer in Cottbus?

Der Mietvertrag zur Nutzung der Turnhalle in der Poznaner Straße als Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung läuft bis Ende 2015 aus und wird nicht verlängert.

2. Warum richtet die Stadt eine Erstaufnahmeunterkunft gegenüber einem Kindergarten ein?

Das Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg (MIK) sah bereits 2014 für alle Landkreise und kreisfreien Städte vor, Notfallpläne für die Unterbringung von Asylbewerbenden zu erarbeiten. Dazu gehören die Turnhallen in der Poznaner Straße. Das MIK bat die Stadt Cottbus im September um Unterstützung. Daraufhin wurde entschieden, für die avisierte Größenordnung von bis zu 1000 Flüchtlingen binnen 72 Stunden den Notfallplan zu aktivieren. Die Stadt selbst setzt weiter konsequent auf die Unterbringung in Wohnungen im gesamten Stadtgebiet.

3. Wie lange sind die Turnhallen als Erstunterkunft vorgesehen?

Der Mietvertrag endet am 31.12.2015.

4. Wer kommt für etwaige Schäden in der Turnhalle auf?

Die Kosten für die Reinigung und Behebung von Mängeln werden dem Land in Rechnung gestellt.

5. Warum werden für die Erstaufnahmeunterkunft des Landes nicht landeseigene Gebäude (Altes Polizeirevier) oder die leerstehenden Gewerberäume in den Außenlagen der Stadt (z.B. Praktiker) genutzt?

Für die Nutzung der landeseigenen Gebäude ist das Land selbst zuständig. Warum diese nicht genutzt werden, liegt in der Verantwortung des MIK. Die Stadt Cottbus hat dem MIK mehrere Standorte zur Nutzung als Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung angeboten, u.a. den Baumarkt Praktiker, der allerdings seitens des Landes ausgeschlossen wurde.

6. Ist das Gewerbegebiet TIP oder der ehemalige Flugplatz eine Alternative für die Erstaufnahme?

Nein. Die Nutzung des TIP-Geländes steht den Gewerbetreibenden zu.

7. Wie werden Flüchtlinge in der Außenstelle medizinisch betreut?

Für die Untersuchung von neu ankommenden Geflüchteten in der Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung existiert eine Kooperation zwischen dem Land und dem Carl-Thiem-Klinikum (CTK). Dort findet die Erstuntersuchung (inkl. Röntgenuntersuchung zum Ausschluss von Tuberkulose) statt.

Fragen zur Unterbringung in Cottbus

1. In der der Trattendorfer Straße in Sachsendorf stehen Wohnblöcke der eG Wohnen leer. Sind diese für eine Nutzung als Asylbewerberunterkunft geplant?

Derzeit steht die Stadt Cottbus mit der eG Wohnen in Kontakt, Wohnraum für Asylbewerbende zu akquirieren. Wenn ein Wohnblock genutzt werden soll, bekommen die Anwohnenden im Umfeld eine Information, anschließend wird die breite Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt.

2. Wie ist die Zusammensetzung der Asylbewerber in Cottbus nach Männern, Frauen und Kindern in % ?

71 % Männer
29 % Frauen

Davon: 30 % Kinder

3. Welche Religionen haben die Asylbewerber in % hier in Cottbus?

Die Religionszugehörigkeit wird nicht erfasst.

4. Gibt es eine Statistik wie viele Asylbewerber ihre Familie nachholen und welche Größe diese im Durchschnitt haben?

Nein.

5. Wie viele Asylbewerber werden 2016, schätzungsweise, in Cottbus erwartet?

Die Prognosen werden von der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) erstellt und nach Bekanntgabe veröffentlicht. Diese liegt für 2016 noch nicht vor.

6. An wen kann man sich wenden, wenn man als Wohnungseigentümer Wohnungen als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellen möchte?

Sie haben die Möglichkeit, sich an die Stabsstelle Asyl zu wenden, Tel. 0355 612 4000 oder fluechtlinge@cottbus.de, um Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

7. Kann man als Privatperson einen Flüchtling aufnehmen?

In der Regel ist es möglich, wenn beide Seiten einverstanden sind und verschiedene Voraussetzungen erfüllt sind. Die Interessenten müssen sich jedoch direkt zusammenfinden.

8. Stimmt es, dass in Cottbus Mieter (auch Studenten) aus ihren Wohnungen gekündigt werden, damit dort Asylbewerber einziehen können? Gerüchte gibt es dazu in Sachsendorf und Schmellwitz.

Nein.

9. Werden noch mehr Turnhallen als eine Gemeinschaftsunterkunft der Stadt oder als Erstunterkunft des Landes für Asylbewerber genutzt?

Nein.

10. Wie kann man in Kontakt mit Flüchtlingen treten, um sie für eine Freizeitgestaltung zu begeistern (Sportverein, Spiele etc.)?

Vereine haben die Möglichkeit, mittels Aushängen über Veranstaltungen zu informieren sowie in der direkten Kontaktaufnahme in Erfahrung zu bringen, welche Interessen die Geflüchteten haben. Für die Unterstützung in der Freizeitgestaltung gibt es die Möglichkeit, sich bei der Freiwilligenagentur zu melden.

11. Wie sieht es mit der Hilfe für Kinder und Jugendliche aus, die allein hier in Cottbus sind? Werden sie in einem Heim oder bei einer Pflegefamilie untergebracht?

Die Aufgabe der Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF) haben verschiedene Träger (Jugendhilfe Cottbus gGmbH, SIN e.V., GPWO mbH) übernommen. Für alle umF ist die Bestellung eines Vormundes erforderlich.