Veranstaltungen

Sommerfest von FluMiCo in der Zuschka

Wir haben die Einladung von FluMiCo gern angenommen und heute spontan das Interkulturelle Sommerfest in Schmellwitz besucht. Es sollte dazu dienen, dass sich die Anwohner kennenlernen und so vorhandene Vorurteile abgebaut werden. Eine schöne Idee wie wir finden, gerade angesichts der leider unschönen Vorfälle der vergangen Zeit in diesem Stadtteil.
Leider fanden nur wenige der umliegenden, alteingesessenen Anwohner den Weg zum Fest. Gute Stimmung haben wir trotzdem vorgefunden und möchten euch mit nachfolgendem Video ein paar Impressionen vermitteln.

Einzigst unschöne Begegnung fand auf dem nahegelegenen Spielplatz statt. Dort wurden wir Zeuge, wie sich ein scheinbar wenig begeisterter Anwohner mit folgenden Worten Luft machte:
“ Wenn ich doch jetzt nur 5-6 Granaten hätte “

Fazit: Es wartet noch eine Menge Arbeit auf die durchaus engagierten Bündnisse und Vereine in und um Cottbus, denn auch solche Menschen müssen mitgenommen werden, nur so kann Integration wirklich funktionieren.

Der Link zu den Kollegen:
https://www.facebook.com/flumico/?fref=ts

Thilo Sarrazin im Weltspiegel

Handgehaten

 

Ich dachte ich wüsste genau, was mich dort erwartet. Ich habe zumindest sein erstes Buch gelesen, schwere Lektüre. Inhaltlich – nun ja, mittlerweile wurde darüber ja ausgiebig diskutiert. An diesem Abend ging es um sein neues Buch „Wunschdenken“, eine Utopie darüber, wie sich die deutsche und teilweise europäische Politik verbessern ließe, sagt er selbst. 500 Menschen haben den Weg in den Weltspiegel gefunden, das historische Gebäude ist nahezu ausverkauft. Ich bin einer von ihnen. Vor dem Weltspiegel hat sich die Polizei positioniert, daneben rund 80 Menschen die gegen den Auftritt des umstrittenen Autors demonstrieren. Im Gebäude selbst stehen einige Securities verteilt, rein kommt man nur nach einer Taschenkontrolle. An einem kleinen Stand werden Sarrazins Bücher verkauft – und die des Autors Udo Ulfkotte, einem im Kopp-Verlag beheimateten Demagogen unterster Schublade (meine Einschätzung, nicht notwendigerweise die Meinung der restlichen Adminschaft).

Der Weltspiegel ist fast bis auf den letzten Platz ausverkauft, trotz stolzer 15 Euro pro Karte im Vorverkauf. Und die meisten der Anwesenden stehen hinter Sarrazin und seinen Aussagen, das wird schon nach wenigen Minuten klar. Was aber ab jetzt passierte, machte mich einfach nur fassungslos und traurig. Rund 40 Minuten lang schmettert Sarrazin eine rassistische und menschenverachtende These nach der anderen und erntete dafür sogar noch Applaus aus der Menge. Ein Beispiel: Sarrazin macht sich Gedanken über die Flüchtlingssituation. Abgelehnte „Asylanten“ (seine Worte, nicht meine) müssten unverzüglich abgeschoben werden. Was aber tun, wenn die Herkunftsländer die Menschen nicht zurück nehmen wollen? Ganz einfach, so Sarrazin: Wir stecken die abgelehnten „Asylanten“ in ein Flugzeug, rechts ein Jäger, links ein Jäger. Und dann setzen wir sie in der afrikanischen Wüste aus. Rein, raus, fertig. Nochmal zusammengefasst: Er will Menschen mitten in der afrikanischen Wüste aussetzen. Ich reiße hier nichts aus dem Zusammenhang oder dichte um, genau so hat er es gesagt. Und das Publikum applaudierte. Genauso als er davon sprach, dass die meisten dieser Menschen ihren Namen eh nicht richtig schreiben können und es wohl auch nie besser lernen werden. Außerdem träumt er vom Schutz der deutschen Grenzen, im besten Falle durch eine Mauer. Das wird deutlich wenn er vom Römischen Limes oder der Chinesischen Mauer träumt, die 2000 Jahre lang Feinde fern hielt.

Den Rest der Rede möchte ich hier gar nicht weiter kommentieren, nur so viel: Besser wurde es nicht. Auch nicht im Gespräch mit Klaus Rost, dem langjährigem Chefredakteur der Märkischen Allgemeinen (Fun-Fact am Rande: genau zu der Zeit als Alexander Gauland dort Herausgeber war). Rost, an diesem Abend mehr Stichwortgeber als Moderator, konfrontierte Sarrazin mit Zitaten seiner „Feinde“. Sarrazin selbst hatte darauf im Kern immer nur eine Antwort: Die Kritiker hätten seine Bücher nicht gelesen.

So war dieser Abend für mich gleichzeitig erschütternd und erhellend. Rassistische Ansichten müssen nicht mehr versteckt werden. Man kann sie offen und öffentlich aussprechen und erntet dafür im besten Fall sogar noch tosenden Beifall. Ich wusste worauf ich mich da einlasse, aber sowas habe ich einfach nicht erwartet. Cottbus, an diesem Abend habe ich mich tatsächlich für dich geschämt.

So gehts!

Lieber Leute,

an dieser Stelle möchten wir Euch eine Veranstaltung am Samstag ans Herz legen:

Die Demonstration „Lieber bunt statt braun“ des neuen Bündnisses Laut für den Spreewald.

Warum? Dafür gibt es mehrere Gründe:

Einerseits sind wir sehr froh darüber, dass die fremdenfeindlichen Proteste in Cottbus abgeebbt sind. So hat die NPD auf ihrer letzten Demo im März gerade einmal rund 40 Leute auf die Straße bekommen, am 15. Februar sah es ähnlich aus. Wir warnen aber ausdrücklich davor, daraus einen Rückschluss auf die Stimmung in der Bevölkerung ziehen zu wollen.

Für unseren zweiten Beweggrund müssen wir etwas ausholen. Auslöser für die Demonstration am Samstag sind mehrere Demonstrationen eines rechtsoffenen Vereins mit dem Namen Zukunft Heimat. Auf diesen Demos mischen sich relativ regelmäßig harte Neonazis und ehemalige Mitglieder oder Sympathisanten der zu Recht verbotenen Spreelichter mit normalen Bürgern, denen scheinbar egal ist mir wem sie auf die Straße gehen. Auf einer der Demos die wir selbst miterlebt haben wurden Journalisten bepöbelt und bedroht, ein Demonstrant trug ein Schild spazieren auf dem ein Bild der Nürnberger Prozesse zu sehen war – in dieser Version allerdings saß Angela Merkel auf der Anklagebank. Als die Polizei den Mann festsetzte, wurde ihm aus der Menge heraus applaudiert. Das sind nur ein paar unserer Beobachtungen, die Liste ließe sich fortsetzen, mal ganz abgesehen von einer inhaltlichen Analyse der nur schwer zu ertragenden Reden.

Von uns gibt es also eine klare Empfehlung für die Veranstaltung.

Näheres dazu findet ihr hier: https://www.facebook.com/events/1713800615522503/

Näheres zu der Gruppe an sich gibt es hier: https://www.facebook.com/Laut-f%C3%BCr-den-Spreewald-553373871511721/

Hinweis auf die Interkulturelle Woche – Stadt Cottbus

„Ein Fremder ist ein Freund, den man nur noch nicht kennt.“

Ein irisches Sprichwort, welches gut auf unsere gegenwärtige Situation anwendbar ist. Es geht darum den Fremden kennenzulernen und so Ängste und Vorurteile zu verlieren. Aus genau diesem Grund gibt es auch in diesem Jahr wieder eine „Interkulturelle Woche“.

Für die zweite Interkulturelle Woche rufen die Veranstalter wieder Vereine, Schulen, Einrichtungen, Institutionen und Unternehmen auf, sich mit Aktionen aller Art zu beteiligen. Im Mittelpunkt steht dabei das Miteinander, denn so lernt man sich am besten kennen.

Vom 25.09. bis zum 08.10.2016 wird es dann wieder viele Veranstaltungen und Aktionen geben, die das Miteinander in unserer Stadt verbessern.

Auch wir werden versuchen, uns in diesem Jahr zu beteiligen. Ideen sind schon reichlich vorhanden. Lasst Euch überraschen.

Interkulturelle Woche – Stadt Cottbus

 

Stadtrallye für unbegleitete minderjährige Geflüchtete

So gehts!Am Samstag fand in Cottbus eine Stadtrallye für unbegleitete minderjährige Geflüchtete statt. Diese wurde organisiert von zwei ehrenamtlichen Helfern der Jugendhilfe Cottbus.

51 Jungs aller Träger, welche unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufnehmen, nahmen daran Teil und werden den Tag so schnell nicht vergessen: sie absolvierten 7 Stationen innerhalb der Stadt und lösten knifflige Aufgaben, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Sie trugen am Piccolo beispielsweise die erste Strophe des Erlkönigs vor oder fragten in der Tourismusinformation nach Fakten über Cottbus. Es gab sehr positive Resonanzen auf diese Aktionen und viele Cottbuser haben engagiert mitgeholfen. Im Chekov konnten die Jungs dann ihre Talente im beatboxen ausleben und das war bombastisch.

Vielen Dank an Aileen Schulze, für diesen schönen Bericht. Wir finden, solche Aktionen sind ein wichtiger Baustein zur Integration. Ihr habt gezeigt, dass in Cottbus tolerant und weltoffen ist.

Multikulturelle Krabbelgruppe & Playgroup im ElKiZe

Nach den vielen schlechten Nachrichten der letzten Tage, möchten wir auch auf etwas Positives hinweisen. Das Eltern-Kind-Zentrum in Neu-Schmellwitz bietet eine Krabbelgruppe/Playgroup für deutsche und ausländische Familien an. Kinder im Alter von 0-6 Jahren können hier miteinander spielen, während sich die Eltern kennenlernen können. Der Angebotsflyer ist aus diesem Grund auch mehrsprachig Angelegt.

Dieses Angebot beweist, das Integration in unserer Stadt auch umgesetzt wird. Das Eltern-Kind-Zentrum ist da nur ein Beispiel, von vielen. Bitte mehr davon!