Früher war alles besser…

Früher war alles besser. Früher hat man noch zusammengehalten. Früher war das auch mit den Flüchtlingen einfacher. Die hatten ja auch unsere Kultur, waren Deutsche…

…War früher alles besser? Hat das mit den Flüchtlingen so gut geklappt?
Der hier verlinkte Artikel des Spiegel zeigt, dass die Vertriebenen damals genauso wenig willkommen waren wie heute die Flüchtlinge. Dabei hatten die Menschen damals keine kulturellen Unterschiede, es waren Deutsche. Beschimpft wurden sie dennoch als „Polacken“ und „Zigeuner“. Der Artikel zeigt, dass sich die Geschehnisse ähneln, mit einem Unterschied: Deutschland ist heute eines der reichsten Länder Europas und keine Trümmerwüste wie 1945.

Hier also der Blick zurück:
http://www.spiegel.de/einestages/vertriebene-nach-zweitem-weltkrieg-millionen-suchten-zuflucht-a-1076872.html

Cottbus bekennt Farbe – Eine Nachlese

Wie heißt es im Silvesterklassiker „Dinner for one“ so schön: Same procedure as every year. Der 15. Februar ist für Cottbus ein Tag, der seit vielen Jahren mehrere Funktionen erfüllt: Einerseits gedenken wir den Opfern der Bombardierung der Stadt während des Zweiten Weltkrieges. Andererseits nutzen wir den Tag, um unser Versprechen zu erneuern, dass so etwas nie wieder passieren wird. Aber in diesem Jahr war etwas anders. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat die NPD den Tag nicht für die Darbietung ihres verschrobenen Verständnisses der deutschen Geschichte instrumentalisiert. Ein Sieg der demokratischen Bündnisse, quer durch alle Schichten der Gesellschaft.
 
Man kann sich darüber streiten, aber aus meiner Sicht war das in den Demozügen spürbar. Die teilnehmenden Leute waren gelassen, es wurde getanzt und gefeiert, gleichzeitig aber auch gemahnt. Wieder einmal muss ich sagen: Ich bin stolz auf unser gemeinsames Cottbus. Natürlich gab es Leute die nicht verstanden haben, worum es eigentlich ging. Dass die Demonstration eben nicht in erster Linie dem Gedenken galt, sondern dass wir Cottbus zu einem Gebiet erklärt haben, in dem alle Platz haben und nebeneinander statt gegeneinander leben können. Dass es den ganzen Tag über im kompletten Stadtgebiet Veranstaltungen gab, deren Zweck eben jenes Erinnern war. Dazu erreichte uns beispielsweise ein kurzer Bericht der Veranstaltung in Schmellwitz:
 
„Der Muckeplatz in Schmellwitz ist heute Schauplatz des Gedenkens, gleichzeitig aber auch verschiedenster Aktionen gegen rassistische Umtriebe geworden. Rund 30 Leute waren mit dabei. Besonders beeindruckt haben mich die Schüler des Humboldt-Gymnasium, die mit Hilfe eines „PoetrySlams“ viele zum Nachdenken angeregt haben. Außerdem stellten sich Schüler vor, die sich im Projekt Schule ohne Rassismus engagieren, indem sie viele Aktionen zu Themen wie Toleranz, Akzeptanz und Flüchtlingshilfe veranstalten. Danach gab es zu diesem Thema noch eine Ausstellung im Kulturladen, bevor es dann in die Innenstadt zu den Demonstrationen ging.“
 
Ja, auch uns erreichten Berichte, Schüler wären zum Demonstrieren gezwungen worden. Abgesehen davon, dass die Demo nach Schulschluss stattfand: Auch auf Nachfrage konnte uns keiner eine dieser Schulen nennen, in denen Schüler gezwungen worden wären. Das spricht erst einmal für sich.
Was hängen bleiben muss von diesem 15. Februar ist folgendes: Wir sind nicht allein. Wir propagieren Zusammenhalt statt Hass. Wir können etwas bewirken, wenn wir denn nur wollen. Gemeinsam. Danke dafür <3

Ein Etappensieg für die Humanität

Plakat-deutschEs ist ruhiger geworden in Cottbus. Die erschreckenden Demonstrationen in Sachsendorf liegen mittlerweile ein Jahr zurück, Cogida hat sich der überwältigenden Gegenwehr der Cottbuser geschlagen gegeben, selbst die NPD zieht bei ihren Demonstrationen mittlerweile nur noch eine Hand voll Sympathisanten an.

Deswegen ist es auch auf unserer Seite in den letzten Monaten stiller geworden. Unser Credo: Wir müssen euch nicht täglich mit neuen Informationen füttern. Da gibt es andere, die das umfangreicher und weitreichenstärker können als wir. Was wir aber definitiv müssen: Wir melden uns zu Wort, sobald es die Situation erfordert.

So wie jetzt. Zwar haben wir keine eigene Aktion wie im letzten Jahr zum Gedenktag der Bombardierung auf Cottbus aber wir beteiligen uns an den vielfältigen Aktionen im Stadtgebiet und wollen Euch dazu aufrufen, auch mitzumachen! Denn auch wenn wir einen Etappensieg für die Humanität erreicht haben – der Kampf gegen Rassismus, Ausgrenzung und Unmenschlichkeit ist noch im vollen Gange. Es liegt weiterhin an uns allen zu verhindern, dass der Hass noch weiter in die Köpfe der Menschen sickert und sich dort festsetzt. Dafür braucht es Aktionen wie
„Solidarität statt Angst! Cottbus für Alle!“

Auch wenn die NPD diesmal wohl nicht marschieren wird, ist es uns wichtig in dieser unruhigen Zeit zu mahnen zu gedenken und Gesicht gegen Rassismus und eine Menschenverachtende Ideologie zu zeigen.

Hier ist der offizielle Aufruf zu „Cottbus bekennt Farbe“ am 15. Februar 2017:

http://www.cottbuser-aufbruch.de/de/aktuelles/2017-02-07-103600-pressemitteilung.html

Alle Demorouten:
http://www.cottbuser-aufbruch.de/de/aktuelles/2017-01-27-085000-cottbus-bekennt-farbe-demorouten.html

Und Infos zur Gedenkveranstaltung in Schmellwitz:
http://www.bv-schmellwitz.de/2017/02/01/fuer-toleranz-gegen-rassismus-schmellwitz-bekennt-farbe/

EGMR-Urteil – Muslimas müssen zum Schwimmunterricht

Etwas untergegangen im Tenor des nächtlichen Naziaufmarsches und der sexuellen Belästigung einer Frau hier in Cottbus, ist das Urteil des europäischen Menschenrechtsgerichtshofes. Muslimische Eltern dürfen ihre Töchter nicht mehr im Namen der Religion vom Schwimmunterricht fern halten.Das klingt im ersten Moment recht unspektakulär, aber es hat eine große Signalwirkung auf die soziale Integration von Menschen ausländischer Herkunft.

Mit diesem Urteil wird speziell den Kindern die Integration vereinfacht, können sie doch nicht frei entscheiden. Grundsätzlich sollte die freie Religionsausübung nicht über dem Bildungs- und Erziehungsauftrag in den Schulen stehen, denn sonst erschaffen wir Parallelkulturen die jegliche Integration verhindern. Kompromisse sind hierbei immer notwendig und stehen dabei nicht im Gegensatz zur Glaubensfreiheit.

Hier der Artikel zum Urteil:
https://www.tagesschau.de/ausland/egmr-schwimmunterricht-muslime-101.html

CORRECTIV-Serie über die Medien der Neuen Rechten

Medien spielen in unserer Gesellschaft eine große Rolle, sie beeinflussen Meinung von Bürgern und Politikern gleichermaßen und können sogar Wahlen beeinflussen. Dabei unterscheiden speziell Rechte in die sog. „Lügenpresse“ und in ihre eigenen Quellen.
Bestes Beispiel aus dem US-Wahlkampf ist das in Deutschland noch recht unbekannte Portal „Breitbart-News“, welches sogar die Dortmunder Polizei in den letzten Tagen zu einer Stellungnahme veranlasste (Spiegel berichtete):

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/dortmund-polizei-reagiert-auf-breitbart-horrormeldung-zu-silvester-a-1128787.html

Doch ist das Phänomen der Beeinflussung, fernab der Mainstream-Medien, nicht neu. Einigen dieser fragwürdigen Nachrichtenportalen geht die Seite: https://correctiv.org in einer ganzen Serie auf den Grund. Diese Portale werden hauptsächlich von der neuen Rechten als Sprachrohr verwendet aber auch von linken Anhängern, wegen der anti-amerikanischen Haltung, als Informationsquelle genutzt.
Analysiert werden in dieser lesenswerten Serie Inhalte, Macher und Zielgruppen der jeweiligen Portale.

Hier die direkten Links:

1.) Warum wir über die Medien der Neuen Rechten berichten (Interview mit der Autorin Camillia Kohrs)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2016/12/27/medien-editorial/

2.) Junge Freiheit (Dieter Stein)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2016/12/27/medien-junge-freiheit/?edit_off

3.) Compact (Jürgen Elsässer)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2016/12/28/medien-compact-juergen-elsaesser/

4.) Sezession (Götz Kubitschek)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2016/12/29/medien-sezession-kubitschek/

5.) KenFM (Ken Jebsen)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2016/12/30/medien-kenfm-ken-jebsen/

6.) Politically Incorrect PI-News (anonym)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2017/01/02/medien-pi-news-politically-incorrect/

7.) Kopp-Verlag (Jochen Kopp)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2017/01/03/medien-kopp-verlag/

8.) RT Deutsch (Jasmin Kosubek)
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2017/01/04/medien-RT-RTdeutsch-russia-today/

kolumne_swDer vermutliche Anschlag von Berlin hat auch uns fassungslos gemacht. Mindestens 12 Menschen sind gestorben, dutzende weitere sind verletzt.

Was treibt einen Menschen zu einer solch grausamen Tat? In aller erster Linie der Hass auf Menschlichkeit. Es sind genau solche Taten und Menschen, vor denen die, die bei uns Schutz suchen, geflohen sind.

Berlin zeigt aber auch einmal mehr, dass sich Populisten und rechte Hetzer nicht zu schade sind, schon wenige Minuten nach der Tat Leichenfledderei zu betreiben und auf dem Rücken der Opfer und all derer, die jetzt in Sippenhaft genommen werden, ihre Ideologie unter das Volk zu streuen und den Hass noch tiefer zu verwurzeln. Das alles für ein paar Stimmen mehr bei der nächsten Wahl. Aus diesem Grund werden wir reißerische Beiträge unter dieser Veröffentlichung kommentarlos löschen.

Wir bitten euch: Fallt nicht auf die billigen Tricks dieser Leute rein. Teilt nicht ihre Beiträge auf Facebook und Twitter, verfallt nicht in Hysterie oder Schockstarre. Vielmehr geht es nun wieder darum, in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer zu sein und auch denen beizustehen, die nicht direkt davon betroffen, vielleicht aber durch diese Tat tief verunsichert worden sind. Auch denen sollten wir jetzt beistehen, die nun von wem auch immer unter Generalverdachte gestellt werden, die mit dem Attentäter aber genauso wenig zu tun hatten, wie der Cottbuser Christ mit Anders Breivik. Nehmen wir uns ein Beispiel an Norwegen: Einen Tag nach Breivik kam das Land zusammen und beschwor die Menschlichkeit.

Denn das, was wir jetzt am dringendsten brauchen, ist genau das: Zusammenhalt und Menschlichkeit.

#PrayForBerlin

Gefühlten Wahrheit versus Realität

Wir haben es immer vermutet, doch haben wir nun den statistischen Beleg. Wenn man blanke Zahlen hat, kann man kaum von einer islamischen Invasion reden. Die letzten Monate haben sich rechte Parteien allerdings sehr bemüht, Zahlen im Kopf der Menschen zu schaffen, die Angst machen. Nun haben wir einen interessanten Vergleich zwischen der gefühlten Wahrheit und der Realität:

Hier der ganze Artikel auf Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gefuehlte-wahrheit-deutsche-schaetzen-anteil-der-muslime-viel-zu-hoch-a-1125901.html

Spendenaufruf

15202630_372225149789452_8660981241763748888_nKristina aus Kiew ist erst 25 Jahre alt – und muss sich mit dem Gedanken abfinden, unter Umständen nicht mehr viel älter zu werden. Denn, Kristina leidet an akuter Leukämie und Hepatitis B. Eigentlich wollte sie einen Kurzurlaub in Dresden verbringen, gemeinsam mit einer Freundin noch einmal spaß haben, bevor das Studium wiederbeginnt. Diese Reise endete nun aber vorerst im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum. Die ganze Geschichte wurde beispielsweise im Magazin hermann zusammengefasst, auch LTV, Antenne Brandenburg und andere Medien haben darüber berichtet (wir verlinken euch ein paar der Berichte weiter unten).

Warum das große mediale Echo? Kristina braucht Geld. Ihre Krankenversicherung zahlt nicht für den Aufenthalt in Deutschland, die geschätzten Kosten für die Behandlung werden aber vermutlich die 250.000 Euro-Marke knacken. Sollte das Geld nicht zusammenkommen, droht ihr die Rücküberführung in die Ukraine.

Das ganze Team dieser Seite wünscht Kristina von Herzen alles Gute und hofft, dass genug Geld zusammenkommt. Liebe Cottbuser, bereit für ein kleines Weihnachtswunder? Wer ein paar Euro drüber hat und diese spenden möchte, findet die dafür notwendigen Daten auf dem an diesen Beitrag angehefteten Plakat.

Link hermann: http://www.hermannimnetz.de/…/hilflos-in-einem-fremden-land/

Link LTV: http://www.lausitz-tv.de/beitrag/4507/kristina-braucht-hilfe

Gedenken an die Reichspogromnacht – Der Bundespräsident in Cottbus

Die aktuellen Ereignisse lassen uns derzeit vieles vergessen. Deshalb wollen wir gerade heute an die Vergangenheit erinnern.
Am Abend des 09. November 1938 war für viele jüdische Bürger nichts mehr so wie am Tag zuvor. In der Nacht zum 10. November wurden deutschlandweit zahlreiche jüdische Geschäfte zerstört oder geplündert, Familien aus ihren Häusern gezogen, gedemütigt, geschlagen oder sogar getötet. Es war die Pogromnacht, die der Beginn einer unvorstellbaren Leidensgeschichte war.

Auch in Cottbus wurden Geschäfte geplündert und die Synagoge in der heutigen Karl-Liebknecht-Straße zerstört, nur eine Gedenktafel am Eingang der Stadtwerke erinnert noch an das Gotteshaus. Es ist kaum vorstellbar, dass wir heute wieder eine Synagoge in Cottbus haben. So erfüllt es uns schon ein bisschen mit Stolz wenn der Bundespräsident in unsere Stadt kommt, um an der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht teilzunehmen und sich dabei auch die neue Synagoge anschaut. Cottbus beweist mit dieser Synagoge, dass Glaubensfreiheit in unserer Stadt mehr als nur ein Wort ist. Möge keine Wahl der Welt etwas daran ändern.

Fotos: Michael Heger